deporio.de
Kinderdepot & Frühstart-Rente

Kinderdepot Vergleich 2026: Trade Republic, Scalable und comdirect im Kostencheck

Was ein Kinderdepot bei Trade Republic, Scalable Capital und comdirect kostet: Sparplan, Order, Besonderheiten und Steuerfreibeträge. Alle Angaben mit Quelle und Stand.

9 min readVon Marvin Rosenkranz

TL;DR: Bei einem Kinderdepot entscheiden nicht die Depotgebühren, sondern die Kosten pro Sparplan-Ausführung und pro Order. Trade Republic und Scalable Capital führen ETF-Sparpläne nach eigenen Angaben ohne Gebühr aus, comdirect verlangt für die meisten ETFs 1,5 % je Ausführung und ist nur bei den ETF-Specials kostenfrei. Steuerlich hat jedes Kind 13.384 Euro Freibeträge, die Bank berücksichtigt aber ohne weitere Schritte nur 1.000 Euro davon.

Wer für ein Kind Geld anlegen will, landet schnell bei drei Namen: Trade Republic, Scalable Capital und comdirect. Dieser Vergleich nennt je Anbieter nur, was auf der jeweiligen Anbieterseite steht, mit Quelle. Er ist keine Rangliste und enthält keine Empfehlung für einen Anbieter. Stand: 16.10.2026.

Zur Methode: Berücksichtigt sind die Anbieterseiten für das Kinderdepot und die Preisseiten von comdirect. Wo eine Zahl auf der Anbieterseite nicht zu finden war, steht sie nicht in der Tabelle. Das betrifft vor allem die Zinsen bei Trade Republic und die Ordergebühren dort: Beides nennt die Produktseite nicht, das aktuelle Preisverzeichnis liegt in der App.

Mehr zu Depots für Kinder: Kinderdepot im Überblick.

Was ist ein Kinderdepot und wem gehört es?

Ein Kinderdepot ist ein normales Wertpapierdepot, das auf den Namen des Kindes läuft. Die Eltern eröffnen und verwalten es, solange das Kind minderjährig ist. Das Geld gehört dem Kind. Mit Eintritt der Volljährigkeit ab 18 Jahren (§ 2 BGB) kann es selbst über das Depot verfügen, die Eltern können es dann nicht mehr verhindern. Das gilt für das Geld der Eltern genauso wie für Geschenke von Großeltern und Paten.

Das ist der wichtigste Unterschied zur staatlichen Frühstart-Rente: Die ist grundsätzlich bis zum 65. Lebensjahr gebunden, das Kinderdepot nicht. Beides lässt sich kombinieren.

Die drei Anbieter im Überblick

Trade RepublicScalable Capitalcomdirect
Depotführungauf der Kinderdepot-Seite nicht genanntkeine Kontoführungsgebühr0 Euro
ETF-Sparplanab 1 Euro, Sparpläne auf ETFs „schon immer kostenlos"ab 1 Euro, im Broker ohne Gebührab 1 Euro, 1,5 % je Ausführung, bei ETF-Specials 0 Euro
Einzelorderim Preisverzeichnis in der App0,99 Euro, Käufe von Prime-ETFs ab 250 Euro Volumen kostenfrei4,90 Euro plus 0,25 % des Volumens, mindestens 9,90 Euro, höchstens 59,90 Euro
Kostenerstattung„Trade Republic Kindergeld": laufende Fondskosten ausgewählter Vanguard-ETFs (FTSE All-World, ESG Global All Cap, LifeStrategy 80) werden bis zum 18. Geburtstag reinvestiert„Taschengeld": Produktkosten ausgewählter iShares- und Xtrackers-ETFs werden in den ETF reinvestiertETF-Specials ohne Orderentgelt besparbar
Zins auf Guthabennicht auf der Produktseite genannt2,60 % p. a. im Scalable Tagesgeld, variabelnicht auf der Junior-Depot-Seite genannt
Mitsparen von VerwandtenSparpaten per Lastschrift, ab 1 Euronicht auf der Seite genannt„Omas, Opas, Onkel, Tanten" können mitsparen
Eröffnungin der Appalle Sorgeberechtigten brauchen zuerst ein Scalable-KontoIdentität von Erziehungsberechtigten und Kind wird festgestellt

Quellen: Trade Republic: Kinderdepot, Scalable Capital: Kinderdepot, comdirect: Junior Depot und comdirect: Was kostet ein Wertpapiersparplan?, abgerufen am 16.10.2026. Zusätzlich fallen bei allen Anbietern Spreads und die laufenden Kosten des jeweiligen ETFs an.

Zwei Einschränkungen zur Tabelle. Erstens: Bei Scalable Capital hängen die Order- und Sparplankosten vom gewählten Modell ab. Die Angaben gelten für den Free-Broker, im Modell Prime+ kosten Trades unter 250 Euro ebenfalls 0,99 Euro, das Modell selbst kostet laut Scalable 4,99 Euro im Monat. Zweitens: Die Kostenerstattung bei Trade Republic und Scalable gilt nur für die ausgewählten ETFs, die Listen ändern sich.

Citation Capsule: comdirect berechnet für ETF-, Aktien- und Zertifikate-Sparpläne Provisionen von 1,5 % des Ordervolumens pro Wertpapier und Ausführung, ausgenommen die ETF-Specials. Trade Republic und Scalable Capital nennen ETF-Sparpläne auf ihren Kinderdepot-Seiten gebührenfrei (comdirect, Trade Republic, Scalable Capital, Stand 16.10.2026).

Worauf es bei der Wahl wirklich ankommt

1. Kosten pro Sparplan-Ausführung. Wer 50 Euro im Monat spart, zahlt bei 1,5 % je Ausführung 0,75 Euro pro Monat. Über 18 Jahre sind das 216 Ausführungen und 162 Euro Gebühren auf 10.800 Euro Einzahlungen (deporio-Rechnung, ohne Spreads und ETF-Kosten). Bei einem ETF-Special entfällt diese Gebühr. Bei Anbietern mit gebührenfreien Sparplänen sind es null Euro. Die Gebühr ist ein fester Prozentsatz jeder Einzahlung.

2. Einzelorder bei Geschenken. Wer Geld von Großeltern in einem Schritt anlegt, zahlt die Ordergebühr nur einmal. Bei comdirect liegt das Minimum bei 9,90 Euro, bei Scalable bei 0,99 Euro, bei Prime-ETFs ab 250 Euro kostenfrei. Wer dagegen viele kleine Käufe plant, sollte den Sparplan nutzen.

3. Welche ETFs erstattet bekommen. Die Erstattung der Produktkosten ist ein Preisvorteil, wenn man ohnehin einen der ausgewählten ETFs kaufen würde. Sie sollte aber nicht die Auswahl bestimmen: Ein ETF ist eine Entscheidung für Jahrzehnte, die Aktion nicht.

4. Zinsen auf Guthaben. Scalable nennt 2,60 % im Tagesgeld, ausdrücklich variabel. Bei den anderen Anbietern steht auf den Produktseiten kein Zins. Für ein Depot, das über Jahre in ETFs investiert ist, betrifft der Zins nur Guthaben, das noch nicht angelegt ist.

5. Mitsparen und Verwaltung. Bei Trade Republic können Sparpaten mit Lastschrift einzahlen, bei comdirect können Verwandte mitsparen. Prüfe, wer in der Familie wirklich einzahlen will, und ob dafür ein eigenes Konto beim Anbieter nötig ist.

Steuern im Kinderdepot: die 13.384-Euro-Falle

Ein Kind hat eigene Freibeträge. Für Kapitalerträge gilt der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro (§ 20 Abs. 9 EStG). Dazu kommen der Grundfreibetrag von 12.348 Euro im Jahr 2026 (§ 32a EStG) und die Sonderausgaben-Pauschale von 36 Euro. Zusammen sind das die 13.384 Euro, die Scalable Capital auf der Kinderdepot-Seite nennt. Trade Republic nennt „bis zu 13.000 Euro kapitalertragsfreie Erträge pro Jahr und Kind".

Beide Beträge funktionieren unterschiedlich:

Steuerfreie Kapitalerträge pro Kind und Jahr (2026)Je nachdem, welche Schritte die Eltern erledigen1.000 €Freistellungsauftrag(Sparer-Pauschbetrag)13.384 €mit NV-Bescheinigung oderGünstigerprüfungQuelle: § 20 Abs. 9, § 32a EStG, Anbieterangaben; vereinfacht
Der Freistellungsauftrag deckt bei der Bank nur 1.000 Euro ab. Die restlichen Freibeträge nutzt das Kind nur über das Finanzamt.

Die Bank stellt per Freistellungsauftrag nur Erträge bis zur Höhe des Sparer-Pauschbetrags vom Steuerabzug frei (§ 44a Abs. 1 EStG). Für alles darüber hinaus gibt es zwei Wege: Das Kind legt der Bank eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung des Wohnsitzfinanzamts vor (§ 44a Abs. 2 EStG), oder die Eltern beantragen in der Steuererklärung des Kindes die Günstigerprüfung, bei der die Kapitaleinkünfte auf Antrag zum regulären Tarif besteuert werden, wenn das weniger Steuer ergibt (§ 32d Abs. 6 EStG). So holen sie einbehaltene Steuer zurück.

Wie weit das in der Praxis trägt, zeigt ein Beispiel: Wer 18 Jahre lang 50 Euro im Monat zu 7 % effektiver Jahresrendite spart, hat nach 18 Jahren rund 21.000 Euro, davon 10.800 Euro Einzahlungen und rund 10.200 Euro Wertzuwachs (deporio-Modellrechnung, vereinfacht ohne Teilfreistellung und Vorabpauschale). Verkauft das Kind alles in einem Jahr, liegen die Gewinne zwar über 1.000 Euro, aber weit unter 13.384 Euro. Ohne weitere Schritte würde die Bank trotzdem Steuer auf den Teil über 1.000 Euro einbehalten.

Dazu kommt: Das Gesamteinkommen eines Kindes zählt für die kostenlose Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Gesamteinkommen ist die Summe der Einkünfte im Sinne des Einkommensteuerrechts (§ 16 SGB IV), und die allgemeine Grenze liegt 2026 bei 565 Euro im Monat (vdek). Bei kleinen Sparraten ist das kein Thema, bei einem Verkauf größerer Gewinne in einem Jahr lohnt eine Rückfrage bei der Krankenkasse. Im Zweifel hilft ein Steuerberater.

Diese Passage ist keine Steuerberatung. Die Details stehen im Artikel Kinderdepot und Steuern.

Kinderdepot oder Frühstart-Rente?

Die Frühstart-Rente zahlt 10 Euro im Monat vom Staat, ist aber grundsätzlich bis zum 65. Lebensjahr gebunden, mehr dazu im Frühstart-Rente-Artikel. Das Kinderdepot ist das Gegenstück: kein Staatsgeld, dafür jederzeit verfügbar, mit freier Wahl von ETF und Anbieter. Die beiden Modelle ersetzen sich nicht, sie ergänzen sich. Wohin das eigene Geld besser passt, in den Vertrag oder ins Kinderdepot, rechnet der Artikel Frühstart-Rente vs. ETF-Sparplan durch.

Ein Beispiel aus dem Frühstart-Rente-Artikel: Bei 7 % Rendite wachsen 25 Euro monatlich im Kinderdepot über 61 Jahre auf rund 270.000 Euro, die 10 Euro der Prämie auf rund 61.000 Euro (deporio-Modellrechnung ohne Steuern und Kosten).

Nachteile und Risiken

Das Geld gehört dem Kind. Mit 18 kann es frei über das Depot verfügen. Eine Schenkung lässt sich in der Regel nicht zurückholen.

Marktrisiko. Auch ein breit gestreuter Welt-ETF kann über Jahre im Minus liegen. Sparpläne helfen beim Einstieg, schützen aber nicht vor Verlusten.

Kosten verändern sich. Aktionen laufen aus, und ein ETF kann aus der Liste der kostenbegünstigten ETFs fallen: comdirect behält sich ausdrücklich vor, bei Ausscheiden eines ETFs aus den ETF-Specials die regulären Konditionen anzuwenden. Die Angaben in diesem Artikel haben den Stand 16.10.2026.

Fazit

Die Depotgebühr ist bei den drei Anbietern kein Unterschied, die Kosten pro Sparplan-Ausführung schon: Bei comdirect fallen für die meisten ETFs 1,5 % je Ausführung an, bei Trade Republic und Scalable nennen die Anbieter ETF-Sparpläne gebührenfrei. Die Kostenerstattung bei ausgewählten ETFs ist ein Bonus, kein Grund für oder gegen einen Anbieter. Wichtiger ist, dass Eltern den Freistellungsauftrag einrichten und die Steuerfreibeträge des Kindes kennen.

Rechne vor der Eröffnung mit deiner eigenen Sparrate nach, was ein Anbieter über 18 Jahre kostet, und prüfe das Preisverzeichnis des Anbieters. Für Erwachsene: der Depot Vergleich, der AVD-Rechner und der Produktvergleich.

Quellen

Häufige Fragen

Was kostet ein Kinderdepot?

Die Depotführung kostet bei Scalable Capital und comdirect 0 Euro. Entscheidend sind die Kosten pro Sparplan-Ausführung und pro Order. Bei comdirect fallen für ETF-Sparpläne 1,5 % des Ordervolumens je Ausführung an, es sei denn, der ETF gehört zu den ETF-Specials. Bei Trade Republic und im Free-Broker von Scalable sind Sparpläne gebührenfrei, hinzu kommen Spreads und die Produktkosten des ETFs.

Wem gehört das Geld im Kinderdepot?

Das Depot lautet auf das Kind, die Eltern verwalten es als gesetzliche Vertreter. Mit der Volljährigkeit, also ab 18 Jahren (§ 2 BGB), kann das Kind selbst darüber verfügen. Eine Schenkung an das Kind lässt sich in der Regel nicht zurückholen.

Wie viel darf ein Kind steuerfrei verdienen?

Ein Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro für Kapitalerträge. Zusätzlich gilt der Grundfreibetrag von 12.348 Euro (2026) und die Sonderausgaben-Pauschale von 36 Euro, zusammen 13.384 Euro. Den Sparer-Pauschbetrag berücksichtigt die Bank mit einem Freistellungsauftrag. Für den Grundfreibetrag braucht es eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung vom Finanzamt oder eine Steuererklärung mit Günstigerprüfung.

Brauchen beide Eltern ein Konto?

Das hängt vom Anbieter ab. Scalable Capital verlangt, dass alle Sorgeberechtigten zuerst ein eigenes Scalable-Konto eröffnen, auch bei alleinigem Sorgerecht ist die Eröffnung möglich. Bei comdirect werden die Identität der Erziehungsberechtigten und die des Kindes festgestellt. Trade Republic nennt auf der Produktseite keine Voraussetzungen, die Eröffnung läuft in der App.

Kann ich mit dem Kinderdepot die Frühstart-Rente ersetzen?

Nein, beide ergänzen sich. Die staatlichen 10 Euro im Monat der Frühstart-Rente fließen in einen Altersvorsorgevertrag und sind grundsätzlich bis zum 65. Lebensjahr gebunden. Das Kinderdepot bleibt jederzeit verfügbar, das Kind kann nach der Volljährigkeit frei darüber entscheiden.

Wie oft ändern sich die Konditionen?

Zinsen auf Guthaben sind bei allen Anbietern variabel, Aktionen laufen aus, und ETFs fallen aus Kostenerstattungs-Programmen heraus. Prüfe deshalb vor der Eröffnung das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis des Anbieters. Die Angaben in diesem Artikel stehen auf dem Stand vom 16.10.2026.

MR

Autor

Marvin Rosenkranz

Herausgeber & Gründer von deporio.de

Marvin Rosenkranz ist Geschäftsführer der Auxilit GmbH und Herausgeber von deporio.de. Er analysiert Altersvorsorge-Depot, ETF-Strategien und Kapitalmarktprodukte mit Fokus auf transparente Annahmen, offengelegte Formeln und Nachsteuervergleiche.

Kein Anlageberatung: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr. Bitte konsultiere vor Anlageentscheidungen einen unabhängigen Finanzberater.